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Freitag, 15. Mai 2015

Freiburg und Erlangen

Freiburg und Erlangen – beides mittelgroße Städte mit studentisch geprägtem Flair und fahrradbegeisterter Bevölkerung, die die umliegenden Wälder zur Naherholung nutzt und dabei bevorzugt auf schmalen Wegen unterwegs ist. Sicherlich lassen sich weitere Gemeinsamkeiten finden – allerdings auch entscheidende Unterschiede: Im Gegensatz zu Freiburg, wo Ende April bereits die zweite offiziell genehmigte MTB-Strecke eröffnet wurde, stehen wir in Erlangen in dieser Hinsicht noch ganz am Anfang. Zwar gilt in Freiburg wie in ganz Baden-Württemberg offiziell die Zwei-Meter-Regel, sie wird aber nicht durchgesetzt und so steht in der Breisgaumetropole ein weitläufiges Trailnetz zur Verfügung.
 
Beide Strecken, die „Borderline“, sowie der neue „Canadian Trail“ werden von einem Verein getragen, dem Mountainbike Freiburg e.V. Dieser übernimmt im Rahmen eines mit dem städtischen Forstamt geschlossenen Gestattungsvertrags die Haftung und Verkehrssicherung der auf städtischem Grund angelegten Strecken. Fragen des Denkmalschutzes und des Naturschutzes wurden in Absprache mit dem Umweltschutzamt der Stadt Freiburg bei der Planung und dem Bau der Trails berücksichtigt. Das Forstamt lobt die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem auf mittlerweile über 500 Mitglieder angewachsenen Verein und verspricht sich von der Genehmigung attraktiver Strecken eine Reduzierung der Anlage illegaler Trails und Vermeidung von Begegnungskonflikten.  

Ein wie wir meinen gelungenes Beispiel, das auch Vorbildcharakter für Erlangen haben sollte. Allerdings sind sich auch die Freiburger Biker weitestgehend einig: Attraktive Abfahrten können helfen, das wilde Anlegen neuer Strecken in den Griff zu bekommen. Strecken wie der neu entstandene Canadian Trail kanalisieren in stark frequentierten Waldgebieten den Verkehr und helfen so Konflikte zu entschärfen. Trotzdem bleibt der Leitgedanke: Mountainbiker wollen ein freies Wegerecht mit wenigen, wohlbegründeten Einschränkungen (Naturschutz, stark frequentierte Spazierwege) und kein Pauschalverbot mit wenigen Ausnahmen. In Erlangen befinden uns derzeit in Dialog mit den zuständigen Stellen und sondieren, ob und wie einzelne bestehende Trails für Mountainbiker attraktiver gestaltet oder neu geschaffen werden können. 

Man kann nur hoffen, dass sich Ämter und Behörden Erfolgsgeschichten wie die Freiburger Trails zum Vorbild nehmen. Probleme können nicht durch Verbote, sondern nur in Zusammenarbeit aller mittels kreativer Ideen gelöst werden. Auf Seiten der Mountainbiker erfordert das Engagement und in kritischen Bereichen die Bereitschaft zur Selbstbeschränkung - das sollte doch kein Problem sein.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Projekt multifunktionale Wanderwege Herrieden

Beim Vorhaben, die Situation in und um Erlangen zu verbessern lohnt einen Blick über den Tellerrand – welche Initiativen gibt es, von denen wir lernen können, welche Hürden, die überwunden werden müssen?
Eine Initiative wollen wir Euch hier kurz vorstellen. In Herrieden bei Ansbach haben die lokalen Sportvereine das Projekt „Ausweisung eines markierten Wegenetzes für verschiedene Freizeitnutzer in Herrieden“ ins Leben gerufen. In den Vereinen sowie bei nicht organisierten Sportlern und Erholungssuchenden besteht großer Bedarf an geeigneten Strecken. Die Vereine engagieren sich intensiv in der Jugendarbeit und haben gerade im Bereich Mountainbiken großen Zulauf. Speziell ausgebildete Trainer vermitteln Kindern Spaß und Sicherheit auf dem MTB. Geeignete Strecken gibt es nur bedingt – Wege sind durch Forstarbeiten komplett zerstört, für die Erholungssuchenden nicht attraktiv, nicht für Anfänger geeignet etc.
Die Herrieder haben in enger Abstimmung mit dem Fränkischen Albverein, der den Bikern sehr offen gegenübersteht und die Trägerschaft übernehmen würde, ein überzeugendes Konzept zur Ausweisung eines „Multiwegenetzes“ erarbeitet. Kanalisierung statt Wildwuchs ist die Devise. Bis das Konzept umgesetzt werden kann, gilt es jedoch noch jede Menge Überzeugungsarbeit zu leisten, Gegner ins Boot zu holen, falsche Paragrafenauslegung zu korrigieren und insbesondere auch die starke Jagdlobby von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. Wir drücken die Daumen und wünschen viel Erfolg!

Viele Grüße
Eure IG-MTB Erlangen